Einblicke in die Arbeit der University of Iceland
Als Architektin, die viel für Menschen mit Demenz oder anderen kognitiven Beeinträchtigungen arbeitet, finde ich es sehr bereichernd, immer wieder Perspektiven zu wechseln. Die gebaute Umgebung - also z.B. räumliche Organisation, gute Orientierung, ansprechende Farben, Belichtung und Beleuchtung, Akustik - beeinflusst maßgeblich, ob Menschen mit besonderen Bedürfnissen komfortabel am Alltag teilnehmen können.
Bei meinem Besuch an der University of Iceland hatte ich nun die Gelegenheit, mich mit Ástríður Stefánsdóttir, Professorin für Applied Ethics an der Faculty of Health Promotion, sowie mit Ruth Jörgensdóttir Rauterberg, die unter anderem als Dozentin am Department of Social Pedagogy tätig ist, auszutauschen. Dabei ergaben sich interessante Diskussionen zum Thema relationale Autonomie und zu ethischen Dimensionen, einschließlich Bildung. Beide unterrichten gemeinsam im Bereich Universal Design und legen ein besonderes Augenmerk auf inklusive Schulen
Die UN-Behindertenrechtskonvention formuliert einen Gedanken, der stark mit unseren jeweiligen Arbeitsfeldern resoniert: „Behinderung entsteht aus der Wechselwirkung zwischen Menschen mit Beeinträchtigungen und einstellungs- sowie umweltbedingten Barrieren, die ihre volle, wirksame und gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft behindern.“
Die gebaute Umwelt spielt in Diskussionen über Behindertenrechte meist keine zentrale Rolle..
Vielen Dank, Ástríður und Ruth für die Möglichkeit auch unsere Arbeit vorzustellen! Ich freue mich auf weitere Diskussioen, wie barrierefreies Design für Menschen jeden Alters in Island erforscht und umgesetzt werden kann.